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Schiff&Hafen | Ausgabe 05/2025

Schiff und Hafen Kompakt 05/2025

März 2025 | Redaktion

www.schiffundhafen.de 05 | 25 14. März 2025 NEWSTICKER | AUS DER FORSCHUNG | VERANSTALTUNGEN | DATEN & FAKTEN | KÖPFE & KARRIEREN 02 | 03| 07 | VERANSTALTUNGEN INMEX SMM India 2025 bietet Zugang zum wachsenden südasiatischen Markt AUS DER FORSCHUNG SMART-Kabel helfen bei der Verbesserung von Frühwarnsystemen INTERVIEW „Unsere Berufung ist die System- integration“ KOMPAKT EDITORIAL Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie aktuell über die Anschaffung einer Harley-Davidson nachdenken, soll- ten Sie schnell eine Entscheidung treffen. Ab kommendem Monat werden auf die Einfuhr der Motorräder – und natürlich zahlreicher weiterer US-amerika- nischer Produkte wie Erdnussbutter, Jeans, Whisky und Orangensaft – wieder Extrazölle fällig; eine Reaktion der EU auf die in Kraft getretenen US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. Tatsächlich besteht ein deutliches Defizit beim Export US-amerikanischer Waren nach Deutschland bzw. in die EU, wie Präsident Trump nicht müde wird, zu betonen. Das unterstrich kürzlich auch der Verband Deutscher Reeder (VDR) auf seiner Jahres-Pressekonferenz in Hamburg: Die EU exportiert Waren im Wert von 504 Mrd. Euro in die USA (rund 20 Prozent der EU-Exporte), während die US-Exporte in die EU lediglich 347 Mrd. Euro betra- gen. Aus Deutschland gehen zehn Prozent der Exporte – etwa 158 Mrd. Euro – in die Vereinigten Staaten, während sich das Handelsvolumen in umgekehrter Richtung auf 95 Mrd. Euro beläuft. Für die internati- onale Schifffahrt bedeuten die zu erwartenden steigenden Preise auf beiden Seiten des Atlantiks in erster Linie eine sinkende Transportnachfrage und damit verbunden eine geringere Auslastung der Kapazitäten. Der VDR mahnt hier: Nationale Interessen dürfen nicht auf Kosten des freien, globalen Warenflusses gehen. Höhere Zölle und restriktive Maßnahmen, die nationale Märkte abschotten sollen, führen zu zerschnitte- nen Lieferketten und steigenden Transportkosten. Für Reedereien bedeutet dies nicht nur mögliche längere Handelswege und höhere Betriebskosten, sondern insbesondere eine erhebliche Planungsunsicherheit im globalen Warenverkehr. Eine gewisse Planungsunsicherheit scheint sich indes als Bestandteil eines „new normal“ in (Geo-)Politik und Wirtschaft zu etablieren. Dem wollen hierzulande die beiden Parteien, die voraussichtlich die kommen- de Bundesregierung stellen werden, unter anderem mit einem Milliarden-Finanzpaket entgegenwirken. So- fern die aktuellen Beschlüsse im Bundestag die benötigte Mehrheit erhalten und das 500 Mrd. Euro große Sondervermögen für die Infrastruktur auf den Weg gebracht werden kann, wird es unerlässlich sein, den Ein- satz sinnvoll und zukunftsweisend zu planen und dann auch konsequent umzusetzen. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass das Paket trotz seines gewaltigen Umfangs verpufft oder lediglich in vereinzelten „Wohltaten“ endet.

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